Symptome bei Panikattacken

Symptome bei Panikattacken – wenn der Körper plötzlich Alarm schlägt
Eine Panikattacke kann sich unglaublich bedrohlich anfühlen. Das habe ich selbst erlebt. Innerhalb kürzester Zeit kann sich der eigene Körper völlig verändern: Das Herz rast, die Hände werden feucht, die Atmung fühlt sich plötzlich anders an und im Kopf entsteht nur noch ein Gedanke: Was passiert hier gerade mit mir?
Gerade bei der ersten Panikattacke ist das besonders erschreckend. Man weiß schließlich noch gar nicht, dass die Beschwerden mit Angst zusammenhängen können. Ich selbst wusste damals überhaupt nicht, was mit mir los war. Für mich fühlte es sich nicht nach „Angst“ an. Es fühlte sich nach einer körperlichen Katastrophe an.
Panikattacken können sehr unterschiedliche körperliche und psychische Symptome auslösen. Nicht jeder Mensch erlebt dieselben Beschwerden und auch bei ein und derselben Person kann sich eine Attacke jedes Mal etwas anders anfühlen.
SYMPTOME – welche körperlichen Symptome bei Panikattacken vorkommen
Bei mir stand häufig das Herz im Mittelpunkt. Plötzlich schlug es deutlich schneller oder kräftiger und schon begann ich, mich darauf zu konzentrieren. Natürlich machte mich das noch unruhiger. Dazu kamen manchmal Schweißausbrüche, Zittern oder ein Gefühl innerer Unruhe. Auch Schwindel habe ich bei Panikattacken erlebt. Dieses eigenartige Gefühl, nicht ganz sicher auf den Beinen zu sein, hat mir besonders Angst gemacht. Sofort entstanden Gedanken wie: Was ist, wenn ich gleich umkippe? Was ist, wenn etwas mit meinem Kreislauf nicht stimmt?
Weitere mögliche Beschwerden sind etwa ein Druck- oder Engegefühl im Brustbereich, Atemnot beziehungsweise das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können, Kribbeln oder Taubheitsgefühle, Übelkeit, Magenbeschwerden, Hitze- oder Kälteschauer und eine starke Muskelanspannung. Auch das Gefühl, die Umgebung sei irgendwie unwirklich oder man selbst fühle sich fremd, kann während starker Angst auftreten.
Genau diese körperlichen Reaktionen machen Panikattacken so überzeugend. Der Körper reagiert tatsächlich. Es ist also nicht einfach eine eingebildete Angst. Das Problem besteht vielmehr darin, dass die normale Alarmreaktion des Körpers plötzlich sehr stark wird, obwohl keine entsprechende äußere Gefahr vorhanden sein muss.
Gedanken – die Katastrophen ausmalen
Bei mir waren die körperlichen Beschwerden allerdings nur ein Teil des Problems. Fast noch wichtiger waren die Gedanken, die unmittelbar danach entstanden. Ein schneller Herzschlag wurde zu: „Was ist mit meinem Herzen?“ Schwindel führte zu: „Ich werde gleich ohnmächtig.“ Ein verändertes Atemgefühl konnte den Gedanken auslösen: „Ich bekomme keine Luft.“ Und irgendwann war ich bei meinem schlimmsten Gedanken: „Ich könnte daran sterben.“
Damit war der Gedankenkreislauf perfekt. Ich bemerkte eine körperliche Veränderung, erschrak darüber, bekam Angst und beobachtete meinen Körper anschließend noch genauer. Dadurch nahm ich weitere Symptome wahr und deutete sie wiederum als Zeichen einer Gefahr. Heute verstehe ich diesen Zusammenhang wesentlich besser. Damals war ich davon überzeugt, dass zuerst mein Körper verrücktspielte und anschließend die Angst kam. Rückblickend sehe ich, dass sich beides gegenseitig beeinflusste.
Angst kann körperliche Symptome verstärken
Genau deshalb kann sich eine Panikattacke innerhalb weniger Minuten so stark hochschaukeln.
Warum fühlt sich eine Panikattacke manchmal wie eine schwere Krankheit an?
Das war für mich eine der schwierigsten Erfahrungen. Wenn das Herz rast und gleichzeitig Druck auf der Brust entsteht, denkt man nicht unbedingt sofort an eine harmlose Angstreaktion. Wer ohnehin zu Krankheitsängsten neigt, kann daraus schnell eine ganz andere Geschichte machen. Ich kenne diese Krankheitsangst gut. Ein körperliches Symptom war für mich früher selten einfach nur ein Symptom. Mein Kopf wollte sofort wissen, was dahintersteckt. Und natürlich landete ich bei meiner Angststörung häufig bei den schlimmsten Möglichkeiten. Das führte dazu, dass ich meinen Körper ständig kontrollierte. Ich beobachtete meinen Puls, meine Atmung und jede noch so kleine Veränderung. Heute weiß ich, dass dieses sogenannte Körperscannen bei mir die Aufmerksamkeit noch stärker auf die Beschwerden gelenkt hat.
Je genauer ich suchte, desto mehr nahm ich wahr. Und je mehr ich wahrnahm, desto größer wurde meine Angst. Das war ein ziemlich anstrengender Kreislauf.
Gedanken selbst können typische Paniksymptome begleiten
Eine Panikattacke spielt sich nicht nur im Körper ab. Im Kopf kann gleichzeitig ein regelrechtes Feuerwerk stattfinden.
Gedanken wie „Ich verliere gleich die Kontrolle“, „Ich werde verrückt“, „Ich halte das nicht aus“ oder „Gleich passiert etwas Schlimmes“ können auftauchen. Bei mir war besonders die Angst vor Kontrollverlust immer wieder ein Thema.
Manchmal konnte ich mich während einer Attacke kaum noch auf etwas anderes konzentrieren. Alles drehte sich um die vermeintliche Gefahr. Die Umgebung wurde nebensächlich, Gespräche wurden schwierig und meine gesamte Aufmerksamkeit war auf meinen Körper und meine Angst gerichtet.
Später kam noch die Angst vor der nächsten Attacke hinzu. Das war für mich fast genauso belastend wie die Attacken selbst.
Wenn ich beispielsweise einkaufen gehen wollte, dachte ich schon vorher darüber nach, ob ich dort Panik bekommen könnte. Beim Autofahren stellte ich mir vor, was passieren würde, wenn plötzlich Schwindel oder Herzrasen auftreten. Dadurch begann die Angst teilweise schon lange vor der eigentlichen Situation.
Nicht jedes Symptom bedeutet automatisch eine Panikattacke
Bei aller Erfahrung mit Angst ist mir heute ein Punkt besonders wichtig: Nicht jede körperliche Beschwerde sollte einfach als Paniksymptom abgetan werden. Gerade wenn Beschwerden erstmals auftreten, ungewöhnlich stark sind oder man nicht weiß, woher sie kommen, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Eine Panikattacke kann viele körperliche Symptome verursachen, aber sie ist keine Erklärung für jede körperliche Veränderung.
Das habe ich selbst lernen müssen. Früher wollte ich entweder sofort eine schlimme Krankheit erkennen oder alles auf meine Angst schieben. Beides war für mich nicht besonders hilfreich. Heute versuche ich, vernünftiger damit umzugehen: Beschwerden ernst nehmen, wenn eine Abklärung notwendig ist – aber nicht jede Kleinigkeit sofort zur Katastrophe machen.
Was ich über meine Paniksymptome gelernt habe
Nach vielen Jahren mit Angststörungen und Panikattacken sehe ich die Symptome heute anders. Früher waren Herzrasen, Schwindel oder Atemveränderungen für mich fast schon ein Startsignal für eine Katastrophe. Heute kann ich eher erkennen: Da reagiert gerade mein Körper auf Angst.
Das bedeutet nicht, dass sich die Symptome angenehm anfühlen. Ganz und gar nicht. Auch heute kann eine heftige Angst körperlich spürbar sein. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass ich nicht mehr automatisch jeden Gedanken glaube, der anschließend auftaucht.
Ich muss aus Herzrasen nicht sofort einen Herzinfarkt machen. Aus Schwindel muss nicht automatisch eine Ohnmacht werden. Und ein unangenehmes Gefühl in der Brust bedeutet nicht automatisch, dass gerade etwas Lebensbedrohliches passiert.
Diese Veränderungen kamen bei mir allerdings nicht über Nacht. Ich habe viele Jahre gebraucht, um meinen Körper wieder besser zu verstehen und ihm nicht bei jeder kleinen Veränderung zu misstrauen.
Eine Panikattacke ist ein extremes Gefühl – aber sie geht wieder vorbei
Wenn ich heute an meine schlimmsten Attacken zurückdenke, erinnere ich mich vor allem daran, wie überzeugt ich damals war, dass etwas Schlimmes passieren würde. Mein Körper fühlte sich fremd an und mein Kopf lieferte dazu die passenden Katastrophengedanken. Trotzdem ging jede einzelne dieser Attacken irgendwann wieder zurück.
Genau diese Erfahrung hat mir mit der Zeit Vertrauen gegeben. Eine Panikattacke kann sehr heftig sein. Sie kann Herzrasen, Schwindel, Atemnot, Zittern, Schwitzen und starke Todesangst auslösen. Sie kann einen Menschen völlig überfordern.
Aber die Tatsache, dass sich etwas gefährlich anfühlt, bedeutet nicht automatisch, dass tatsächlich eine gefährliche Situation vorliegt.
Für mich war das eine der wichtigsten Erkenntnisse auf meinem langen Weg mit der Angst. Ich bin nicht angstfrei geworden. Aber ich habe gelernt, meine Symptome anders einzuordnen und nicht jedes körperliche Signal sofort mit einer Katastrophe zu verbinden.
