MENTAL gegen die Angst

Lernen mit der angst zu leben
Die Angst muss nicht mehr über dein Leben bestimmen
20 Jahre mit Angst verändern den Blick auf das eigene Leben. Es war es ein langsamer Prozess. Lange Zeit wollte ich vor allem eines: dass die Angst endlich aufhört. Wer Angst kennt, möchte sie nicht noch zusätzlich in seinem Alltag haben.
Mental stärker werden und das Leben nicht der Angst überlassen
Gedanken – Gefühle – Angst – Panik
Unsere Gedanken haben einen großen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen. Nicht nur das, was gerade passiert, spielt eine Rolle, sondern auch die Bedeutung, die wir einer Situation geben.
Ein Beispiel: Das Herz schlägt plötzlich sehr stark. Der eine Gedanke lautet: „Was ist denn jetzt los?“ Ein anderer lautet: „Ich sterbe gleich.“ Das körperliche Gefühl kann dasselbe sein – aber die Gedanken dazu können völlig unterschiedlich sein. Und genau diese Bewertung kann die Angst weiter verstärken.
Bei Angst kann unser Gehirn auf eine gedanklich vorgestellte Gefahr ähnlich alarmiert reagieren wie auf eine tatsächliche Bedrohung. Für den Körper fühlt sich die Gefahr dann sehr real an, obwohl sie nur in unseren Gedanken existiert.
Unsere Gedanken können dadurch zum Motor der Angst werden.
Mental gegen die Angst
Mental gegen die Angst zu arbeiten, bedeutet für mich nicht, sich die Angst einfach wegzudenken. Es geht vielmehr darum, wahrzunehmen, was gerade im eigenen Kopf passiert – und an diesem Punkt nicht automatisch dem ersten Gedanken zu folgen.
Denn bei einer langjährigen Angststörung kann sich ein regelrechter Autopilot entwickeln. Ein körperliches Gefühl wird wahrgenommen, sofort folgt ein bestimmter Gedanke, daraus entsteht noch mehr Angst und die nächste körperliche Reaktion lässt nicht lange auf sich warten.
Alles läuft fast wie ein Reflex ab.
Gedanken können sich verändern
Wir können nicht verhindern, dass Gedanken auftauchen. Aber wir können lernen, nicht jeden Gedanken sofort für wahr zu halten und ihm nicht automatisch zu folgen.
Das braucht Übung. Besonders dann, wenn sich die Angst über viele Jahre an bestimmte Gedanken gewöhnt hat.
Ich musste lernen, meine alten gedanklichen Muster zu erkennen und ihnen nicht immer wieder blind zu folgen. Statt sofort das Schlimmste anzunehmen, konnte ich anfangen, einen Gedanken zu hinterfragen und eine andere Sichtweise zuzulassen.
Raus aus dem automatischen Katastrophendenken.
Angst nicht mehr bekämpfen
Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse nach vielen Jahren mit Angststörungen und Panikattacken war, dass ich die Angst nicht ständig bekämpfen musste. Dieser Kampf hat mich viel Kraft gekostet. Je mehr ich unbedingt wollte, dass die Angst verschwindet, desto mehr Aufmerksamkeit bekam sie.
Erst als ich diese Angst akzeptierte, veränderte sich etwas. Die Angst durfte da sein, ohne dass ich sofort gegen sie ankämpfen musste.
Das Durchbrechen dieser reflexartigen Gedankenschleife war ein wichtiger Teil meines eigenen Weges.
Ich habe nicht gelernt, nie wieder Angst zu haben. Aber, ich habe gelernt, anders auf die Angst zu reagieren.
Und genau darum geht es bei Mental gegen Angst.
