Können Panikattacken durch Überforderung entstehen?
Panikattacken und Überforderung – der Zusammenhang

Wenn wir zu viel Stress haben und oft Panikattacken haben, fragen wir uns vielleicht, ob die Panik von zu viel Stress kommt.
Es besteht die Möglichkeit, dass wir auf Wochen oder Monate zurückblicken, die durch Stress, Verpflichtungen und fortwährenden Druck gekennzeichnet waren. Egal, ob es sich um berufliche Verpflichtungen oder familiäre Belastungen, finanzielle Anliegen oder Gesundheitsprobleme handelt.
Ich lebte viele Jahre mit einer hohen beruflichen Belastung. Außerdem stand ich stets unter Druck. Ich habe oft an allen sieben Tagen gearbeitet, sogar während meines Urlaubs. Außerdem trug ich eine hohe Verantwortung.
Ich hatte schon zuvor Angst, Unsicherheit und Selbstzweifel. Allerdings wollte ich nicht glauben, dass mir diese große berufliche Verantwortung nicht gutgetan hatte, sondern mich in Panik versetzt hatte.
Aus meiner eigenen Perspektive und aus Erfahrung erkenne ich einen klaren Zusammenhang zwischen fortwährender Überlastung und Panikanfällen. von Panikattacken. Allerdings heißt das nicht, dass jeder überforderte Mensch automatisch in Panik geraten wird. Es ist ein Vorgang, bei dem der Körper und der Geist über einen langen Zeitraum stark beansprucht werden. Manche Menschen kommen gut damit zurecht, andere viel weniger.
Wenn die Belastung immer größer wird
Viele Leute merken oft nicht, dass sie viel Stress haben. Das kann sich sowohl auf den Arbeitsplatz als auch auf das persönliche Leben auswirken. Es ist notwendig, die Termine einzuhalten. Die Aufgaben warten darauf, dass sie erledigt werden, und es bleibt oft wenig Zeit für Entspannung. Bei anderen sind es private Sorgen, vielleicht finanzieller Art. Hinzu kommt diese Gewohnheit, einfach weiterzumachen, obwohl die eigenen Reserven aufgebraucht sind. Und auf der anderen Seite der Druck der Gesellschaft, nicht zuzugeben, dass unsere Kräfte zu Ende gehen.
Oftmals schickt der Körper schon frühzeitig Warnsignale aus. Konzentrationsschwierigkeiten, innere Unruhe, Gereiztheit oder ständige Erschöpfung sind genau diese. Und genau diese Signale, die mir offensichtlich waren, habe ich nicht übersehen, sondern verdrängt.
Genau da liegt oft das Problem. Diejenigen, die ihre Grenzen dauerhaft überschreiten, merken erst spät, wie groß die Belastung wirklich geworden ist. Und diese Verdrängung verschärft eines Tages die Situation.
Alarmzustand und wenn der Körper dauerhaft unter Druck steht
Wenn der Körper überfordert ist, ist er ständig sehr angespannt und wir sind dann ständig in Alarmbereitschaft.
Genau genommen soll diese Reaktion auf kurzfristige Belastungen reagieren. Wenn sie aber mehrere Wochen oder Monate anhält, wird es für den Körper immer schwieriger, wieder in einen entspannten Zustand zu kommen.
Ich fühlte mich schon immer so, als ob ich ständig unter Strom stand. In Zeiten, in denen es keinen Stress gab, etwa im Urlaub, hatte ich keine Möglichkeit, mich zu entspannen. Während dieser Zeit fühlte ich mich unruhig, war oft irritiert, nervös und unter Strom.
Überforderung und Panikattacke
Wenn wir auf Dauer in diesem Alarmzustand sind, fühlen wir diese physischen Veränderungen. Wir können uns einfach nicht beruhigen.
Dann konzentriert man sich auf die physischen Symptome. Dies führt zu Überlegungen wie „Was stimmt nicht mit mir?“ oder „Was ist los mit mir?“ „Warum habe ich auch während des Urlaubs diese Angst und Panik?“ ist die Frage, die uns immer wieder aufkommt, wenn wir zuvor schon Angst und Panik hatten. Anschließend steigert die Sorge die Angst, was wiederum die körperlichen Reaktionen verstärkt. Ich hatte dann immer die Angst vor der Angst.
Panikattacken kommen oft nach Stress-Phasen
Eigentlich sollten wir annehmen, dass Panikattacken immer genau in diesen Stress-Phasen kommen. Dem war nicht so. Vielmehr hatte ich verstärkt Angst und Panik in Ruhephasen.
Es ist seltsam, dass ich während dieser stressigen Phasen wie immer in meinem Job gearbeitet habe. Und konnte alle Aufgaben erledigen, war konzentriert und es lief. Doch als ein wenig Ruhe eintrat, meldete sich plötzlich mein Körper. Mit Angst und Panik.
Das ist der Grund, warum Menschen am Wochenende, im Urlaub oder abends zu Hause oft ihre erste Panikattacke erfahren. Also in Ruhephasen. Deshalb habe ich zuerst nie die Angst und Panik mit Stress oder Überforderung verbunden.
Angst und Panik in der Praxis
Ein Mann erzählte mir, dass er über Monate hinweg beruflich stark eingespannt war. Er pflegte außerdem seine kranke Frau und schlief nur ein paar Stunden pro Nacht. Trotz seiner starken Müdigkeit dachte er ständig daran, dass er nur noch etwas durchhalten müsse.
Eines Abends saß er nach der Arbeit auf dem Sofa. Eigentlich wollte er entspannen. Plötzlich bemerkte er Herzrasen. Wenige Sekunden später kam das Gefühl hinzu, nicht mehr richtig Luft zu bekommen. Seine Hände begannen zu zittern und die Angst wurde immer stärker. Er dachte in diesem Moment, dass er sterben müsse. Er rief den Rettungsdienst an.
Die Ärzte konnten keinen physischen Grund feststellen. Gemeinsam mit seinem Hausarzt wurde ihm erst später klar, wie stark ihn die anhaltende Überforderung belastet hatte. Rückblickend sagte er: „Die Panikattacke war nicht das eigentliche Problem. Sie war das Signal, dass ich schon viel zu lange über meine Grenzen gegangen war und alles verdrängt hatte.“
Überforderung wird oft unterschätzt
Nicht alle Menschen können sofort erkennen, wann sie überfordert sind. Viele bleiben leistungsfähig, verantwortungsbewusst oder möchten niemanden enttäuschen. Die Gewohnheit, Belastungen auszuhalten und Warnzeichen zu ignorieren, entsteht dadurch schnell.
Es ist nicht immer leicht zu erkennen, wenn man überfordert ist. Manchmal sammeln sich über Monate hinweg viele kleine Belastungen an, anstatt dass es nur einzelne große Probleme gibt. Jede für sich scheint bewältigbar. Zusammen können sie jedoch erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben.
Panikattacken – meine Erfahrungen
Wenn wir die Ursachen verstehen und nicht ignorieren, können wir bewusst handeln.
Bei wiederholten Panikattacken ist es wichtig, dass man nicht nur die einzelnen Attacken betrachtet, sondern auch die Lebensumstände in Frage stellt. Es stellt sich die Frage, ob es in den letzten Monaten eine besondere Belastung oder sogar mehrere gab.
Und, bei anhaltenden Beschwerden sollte professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden. Ich betrachte die Hausärztin/den Hausarzt als die ersten Anlaufstellen.
Ja, Überforderung kann dazu führen, dass Panikattacken auftreten oder zumindest wesentlich begünstigt werden. Das sind meine Erfahrungen. Wenn wir lange Zeit unter Druck stehen und nicht genug Zeit zur Erholung haben, ist unser Körper ständig angespannt. Oftmals handelt es sich bei der Panikattacke nicht um eine spontane Reaktion, sondern um das Resultat einer Entwicklung, die schon lange vorher begonnen hat. Diejenigen, die ihre eigenen Grenzen erkennen und Warnsignale ernst nehmen, haben die Möglichkeit, sich von der ständigen Schleife von Angst und Panik zu befreien und zu lernen, damit umzugehen.
Mittlerweile ist es mir durch diese und andere Erkenntnisse gelungen, einerseits meine Ängste zu akzeptieren. Die Hintergründe meiner Panikattacken zu verstehen. Und wie ein Leben mit Freude zu leben. Glücklich zu sein. Und ja, ich lebe wieder gerne, trotz Angst und Panik.
Ich genieße das Leben, mit meiner Frau und unseren Hunden. Es ist schön und lebenswert. Und übrigens gehört Humor und Lachen auch dazu.

