Ängste – wie kann ich sie loswerden?

Ängste – wie kann ich sie loswerden?

Ängste wieder loswerden – eine wichtige Frage

Genau diese Frage stellen sich viele Menschen, die ständig an Ängste leiden. Und auch ich habe mir diese Frage immer wieder gestellt.

Wie werde ich diese Angst endlich wieder los?

Nach jeder Angstphase und Panikattacke stellte ich sie mir. Auch dann, wenn ich schon morgens Angst hatte, vor dem, was am Tag passieren könnte. Ich war fest davon überzeugt, dass irgendwo eine Lösung auf mich wartete. Vielleicht irgendein ein Buch, eine mir noch unbekannte Methode oder vielleicht irgendein ein Satz, der plötzlich alles verändern würde. Heute muss ich darüber ein wenig schmunzeln. Nicht, weil Angst lustig wäre. Ganz im Gegenteil. Ich weiß nur inzwischen, dass ich damals an der falschen Stelle gesucht habe.

Seit über zwanzig Jahren begleitet mich eine Angststörung. Deshalb schreibe ich diese Zeilen nicht als Arzt, Psychologe oder Therapeut. Ich schreibe sie als jemand, der weiß, wie sich eine Angststörung und auch Panikattacken anfühlen. Als jemand, der Nächte erlebt hat, in denen der Kopf einfach nicht zur Ruhe kam. Und jemand, der morgens aufgewacht ist und schon nach wenigen Sekunden wusste: Heute wird wieder einer dieser Tage. Falls du das kennst, dann bist du hier genau richtig. Vielleicht erkennst du dich in dem wieder, was ich erlebt habe. Vielleicht hilft dir der eine oder andere Gedanke ein kleines Stück weiter.

Angst bekämpfen und besiegen ist das möglich?

Wenn ich heute zurückblicke, fällt mir auf, dass sich irgendwann alles nur noch um meine Angst drehte. Morgens prüfte ich zuerst, wie ich mich fühlte. War das Herz ruhig? War mir schwindelig? War da dieses komische Ziehen in der Brust? Oder andere körperliche Symptome. Kaum bemerkte ich irgendeine Kleinigkeit, fing mein Kopf an zu arbeiten. Innerhalb weniger Sekunden malte ich mir aus, was alles passieren könnte. Aus einem harmlosen Herzstolpern wurde in Gedanken eine schwere Krankheit. Ein bisschen Schwindel reichte aus, um den Tag gedanklich abzuschreiben.

Dabei war die Angst oft gar nicht das größte Problem. Viel schlimmer war das, was ich selbst daraus machte. Ich beobachtete meinen Körper ununterbrochen. So gab ich dieser Angst damit ungewollt jeden Tag neue Nahrung.

Damals hätte mir das allerdings niemand erzählen dürfen. Ich hätte sofort widersprochen. Schließlich fühlte sich alles absolut real an. Wer mitten in einer Panikattacke steckt, denkt nicht logisch. Der denkt nur noch: Hoffentlich passiert jetzt nichts Schlimmes.

Als ich die Wahrheit über die Angst erkannte

Es gab keinen besonderen Tag, an dem plötzlich alles anders war. Keine Erleuchtung und auch keinen magischen Moment. Vielmehr waren es viele kleine Erfahrungen, die irgendwann ein Bild ergaben. Ich bemerkte, dass ich mein Leben immer weiter einschränkte. Zuerst mied ich nur bestimmte Situationen. Später kamen immer mehr dazu. Einkaufen? Lieber nicht. Längere Autofahrten? Vielleicht ein anderes Mal. Menschenmengen? Muss heute wirklich nicht sein.

Das Verrückte daran war: Jedes Mal fühlte ich mich erleichtert, wenn ich etwas vermieden hatte. Gleichzeitig wurde die Angst trotzdem nicht weniger. Im Gegenteil. Sie schien jedes Mal ein Stück stärker zurückzukommen. Damals verstand ich den Zusammenhang nicht. Heute sehe ich ihn glasklar.

Die Angst hatte gewonnen. Nicht, weil sie stärker war als ich, sondern weil ich mich immer mehr nach ihr richtete. Sie bestimmte meinen Tagesablauf, meine Entscheidungen und manchmal sogar meine Stimmung, bevor der Tag überhaupt richtig begonnen hatte.

Der Satz, der bei mir vieles verändert hat

Vor einigen Jahren sagte jemand zu mir einen Satz, den ich zunächst überhaupt nicht hören wollte.

„Hör auf, gegen die Angst zu kämpfen.“

Ich dachte damals: Das ist doch Unsinn. Natürlich muss ich kämpfen. Schließlich möchte ich diese Angst loswerden.

Erst später verstand ich, was eigentlich gemeint war. Jeder Kampf bedeutet Aufmerksamkeit. Wenn ich den ganzen Tag darüber nachdenke, bloß keine Angst zu bekommen, dreht sich trotzdem alles nur um Angst. Mein Gehirn bekommt ständig die Botschaft, dass dieses Thema unglaublich wichtig sein muss. Also bleibt es wachsam. Es sucht weiter nach Gefahren, nach Signalen und nach allem, was möglicherweise schiefgehen könnte. Genau das passierte bei mir jahrelang.

Heute versuche ich etwas anderes. Wenn sich Angst meldet, nehme ich sie wahr. Ich tue aber nicht mehr so, als wäre sie automatisch der Chef in meinem Kopf. Sie darf da sein. Entscheiden darf sie trotzdem nicht. Das klingt einfacher, als es ist. Ich weiß das. Trotzdem hat genau dieser Gedanke mein Leben verändert.

Umgang mit der Angst – kleine Schritte

Früher wollte ich möglichst schnell wieder der Alte sein. Am liebsten von heute auf morgen. Jeder Rückschlag machte mich deshalb völlig fertig. Sobald eine Panikattacke auftauchte, dachte ich sofort: Jetzt geht alles wieder von vorne los.

Irgendwann hörte ich auf, so zu denken.

Ein schlechter Tag bedeutet nicht, dass alle Fortschritte verschwunden sind. Jeder Mensch hat gute und schlechte Tage. Der Unterschied besteht nur darin, dass wir Betroffenen den schlechten Tagen oft viel mehr Bedeutung geben. Wir beobachten sie, analysieren sie und machen uns Sorgen darüber, was morgen passieren könnte.

Heute schaue ich gelassener darauf. Wenn es ein schwieriger Tag ist, dann ist es eben einer. Morgen kann die Welt schon wieder ganz anders aussehen.

Diese Gelassenheit kam allerdings nicht über Nacht. Sie ist langsam gewachsen. Genau wie Vertrauen wächst. Zentimeter für Zentimeter.

Ängste – Was ich heute anders mache

Früher wollte ich ständig wissen, warum ich Angst habe. Heute frage ich mich viel häufiger, was ich trotz der Angst machen möchte. Das klingt nach einem kleinen Unterschied. Tatsächlich verändert diese Frage erstaunlich viel.

Natürlich wünsche ich mir auch heute keine Panikattacke. Wer würde das schon tun? Trotzdem richte ich meinen Blick nicht mehr ausschließlich darauf. Ich möchte lieber einen schönen Spaziergang machen, Freunde treffen oder einfach einen ruhigen Nachmittag genießen. Je mehr solche Momente in meinem Leben Platz bekommen, desto kleiner wirkt die Angst.

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis. Nicht ständig darauf zu warten, dass die Angst verschwindet, sondern dem Leben wieder mehr Raum zu geben.

Meine Erfahrungen mit Angststörungen und Panikattacken

Kann man Ängste loswerden? Vielleicht. Manche Menschen schaffen das tatsächlich. Andere werden ihre Angst nie ganz verlieren. Früher hätte mich dieser Gedanke erschreckt. Heute tut er das nicht mehr.

Viel wichtiger ist eine andere Frage.

Kann ich trotz meiner Angst wieder mit Freude und glücklich leben?

Meine Antwort lautet ganz klar: Ja.

Ich bin der beste Beweis dafür. Nach über zwanzig Jahren bestimmt die Angst längst nicht mehr mein ganzes Leben. Sie meldet sich manchmal noch. Aber sie entscheidet nicht mehr, wohin ich gehe, was ich tue oder ob ich einen schönen Tag haben darf.

Genau das wünsche ich auch dir.

Falls du gerade glaubst, dass sich nie wieder etwas ändern wird, dann gib bitte nicht auf. Ich kenne dieses Gefühl, und ich weiß, wie hoffnungslos sich manche Tage anfühlen können. Trotzdem weiß ich heute auch, dass Veränderung möglich ist. Nicht durch ein Wunder, sondern durch viele kleine Schritte, die irgendwann einen langen Weg ergeben.

Gerne darfst du auch in den FAQ zur Angst und Panik stöbern…

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